Todesstrafe-Nachrichten
Edwin Turner Edwin Turner

09.02.2012

Mississippi: Edwin Hart Turner hingerichtet

 

Am Mittwochabend wurde im US-Bundesstaat Mississippi der 38-jährige Edwin Hart Turner mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Turner war für schuldig befunden worden, zusammen mit einem Komplizen im Dezember 1995 bei Raubüberfällen auf verschiedene Tankstellen zwei Männer getötet zu haben, sie erbeuteten rund 400 Dollar. Turners Anwälte versuchten die Hinrichtung zu verhindern, indem sie letzte Berufungen einlegten mit der Begründung, ihr Mandant sei zur Tatzeit psychisch krank gewesen. Ein Richter bewilligte ihm zwei Tage zuvor einen Aufschub, der jedoch wieder aufgehoben wurde. Schließlich entschied der Oberste Gerichtshof der Vereingten Staaten und lehnte die Berufungen ab. Turners Komplize hatte gegen ihn ausgesagt und ist zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

09.02.2012

Nord-Korea droht mit Todesstrafe bei Landesflucht

 

Die Todesstrafe sei die richtige Antwort für solche, die die Menschen Nord-Koreas und die sozialistische Revolution betrügen. Das erklärt erstmals seit dem jüngsten Machtwechsel in Nord-Korea ein offizielles Dokument, um die Bewohner des Landes daran zu erinnern, was sie erwartet, falls sie versuchen das Land zu verlassen. Bereits vor Jahren wurden Nord-Koreaner hingerichtet, wenn sie über die chinesische Grenze geflohen waren, dort gefasst und nach Nord-Korea ausgeliefert wurden.

09.02.2012

Oberster Gerichtshof stoppt Hinrichtung in Ohio

 

Der im US-Bundesstaat Ohio wegen Doppelmordes zum Tod verurteilte Charles Lorraine hatte einen Hinrichtungstermin für den 18. Januar, als ein Bezirksrichter eine Woche vor der geplanten Exekution einen Aufschub gewährte. Nun hat der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten diese Entscheidung bestätigt und damit die Hinrichtung von Charles Lorraine bis auf weiteres gestoppt. Der US-Bundesstaat sei häufiger zu sehr von den entsprechenden Regeln für eine Hinrichtung mit der Giftspritze abgewichen. Ohio hat bereits Hinrichtungstermine bis 2014 für ein Dutzend seiner Todestraktinsassen festgelegt. Die jetzige Entscheidung macht die Verzögerung weiterer Hinrichtungen in dem Staat wahrscheinlich.

08.02.2012

Wieder Hinrichtungen im Irak

 

Erneut hat der Irak eine Vielzahl von Todesurteilen an einem Tag vollstrecken lassen. 14 Hinrichtungen hat es den Angaben eines Sprechers des Justizministeriums zufolge am Dienstag gegeben. Bei den Verurteilten soll es sich um Kriminelle handeln, deren Straftaten von bewaffnetem Raub über Mord bis zu Terrorismus reichen.

08.02.2012

Uganda diskutiert wieder Anti-Homo-Gesetz

 

Der ugandische Abgeordnete David Bahati von der Regierungspartei NRM hat am Dienstag erneut eine Gesetzesverschärfung gegen Homosexuelle ins Parlament eingebracht, diesmal allerdings ohne die Todesstrafe. Schon seit 2009 debattieren die Volksvertreter über den Gesetzentwurf. Zwar droht Homosexuellen bereits jetzt 14 Jahre Haft, in manchen Fällen sogar lebenslänglich, die Parlamentarier wollen die Sanktionen gegen Schwule und Lesben aber weiter verschärfen. Einziges Zugeständnis Bahatis: "Schwere Homosexualität" soll nicht mehr, wie ursprünglich vorgesehen, mit dem Tod, sondern "nur" noch mit einer lebenslangen Haftstrafe geahndet werden. Darunter würde etwa Sex mit einem gleichgeschlechtlichen Behinderten oder einem Jugendlichen fallen. Auch eine HIV-Infektion des "Täters" wäre "schwere Homosexualität". Ein Parlamentsausschuss hatte zuvor geraten, die Todesstrafe für Homosexualität aus dem Entwurf heraus zu nehmen, da sie im Ausland zu Protesten geführt hatte. Mehrere westliche Länder, darunter auch Deutschland, hatten in den letzten Jahren wegen des Gesetzentwurfs die Entwicklungshilfe für Uganda gekürzt oder damit gedroht.

 

Weitere (deutschsprachige) Informationen:

Anti-Schwulen-Gesetz in Uganda: Lebenslänglich oder Todesstrafe?

05.02.2012

Todesurteil für sechstreichste Frau Chinas bestätigt

 

Die Bauerntochter Wu Ying war in China 2006 mit einem Schlag bekannt worden, als die damals 26-Jährige mit einem Vermögen von 430 Millionen Euro auf der "Hurun-Liste" der reichsten Chinesen als sechstreichste Frau geführt wurde. Nur ein Jahr später wurde die "Untergrund-Bankerin" wegen Betrugs verhaftet und 2009 zum Tode verurteilt. Der Gerichtshof der Provinz Zhejiang (Ost-China) hat das Todesurteil für die Unternehmerin nun bestätigt. Wu Ying soll sterben, weil sie umgerechnet rund 95 Millionen Euro von privaten Investoren einsammelte – und veruntreute. Sie soll bis zu zehn Prozent Gewinn versprochen, das Geld aber nicht zurückgezahlt haben.

 

Weitere (deutschsprachige) Informationen:

Einst superreiche Chinesin sitzt in der Todeszelle

02.02.2012

Enthauptung in Saudi-Arabien

 

Im Südwesten Saudi-Arabiens wurde am Donnerstag ein saudischer Staatsbürger mit dem Schwert enthauptet. Abulrahman al-Qarni war für schuldig befunden worden, einen Landsmann während eines Streits erschossen zu haben. Es war die sechste Hinrichtung in Saudi-Arabien in diesem Jahr. Bereits am 30. Januar wurde eine Enthauptung gemeldet. Der Pakistaner Salman Khan Taj Mohammed soll versucht haben eine große Menge Heroin nach Saudi-Arabien zu schmuggeln.

 

Weitere Informationen:

Convicted Drug Smuggler beheaded In Saudi Arabia

01.02.2012

Hinrichtung in Botswana

 

Der afrikanische Staat Botswana hat am Dienstag ein Todesurteil vollstreckt. Der wegen der Ermordung seiner Freundin zum Tod verurteilte Zibani Thamo wurde gehängt. Drei weitere Häftlinge befinden sich in Botswana im Todestrakt. Thamos Hinrichtung ist die zweite in der Amtszeit des derzeitigen Präsidenten, der 2008 sein Amt übernahm.

01.02.2012

Erneut Massenhinrichtung im Irak

 

Nur wenige Tage nach der Vollstreckung von 34 Todesurteilen an einem einzigen Tag, die weltweite Kritik auslöste, erklärte das Justizministerium des Irak, man habe am Dienstag weitere 17 Menschen hingerichtet. Sie seien dem Gesetz entsprechend bestraft worden. Damit sind im Irak in den letzten zwei Monaten mindestens 63 Hinrichtungen durchgeführt worden.

 

Weitere (deutschsprachige) Informationen:

Irak richtet 17 Menschen hin

01.02.2012

Weitere Hinrichtungen im Iran

 

In Karaj im Westen Teherans wurde am Dienstag ein Mann öffentlich gehängt. Hassan M. soll 2009 einen Polizisten überfahren und getötet haben. Er sei nach Misshandlungen im Gefängnis gelähmt gewesen. Schon am Montag soll im Gefängnis von Zanjan im Westen Irans ein Mann wegen Drogenschmuggels gehängt worden sein. Am 29. Januar sollen im Gefängnis von Semnan im Norden Irans zwei Männer mit den Initialen M.J. (49) und H.A. (47) ebenfalls wegen Drogendelikten gehängt worden sein. Im Gefängnis von Ilam im Westen Irans sei am Tag zuvor ein Mann wegen Mordes gehängt worden.

 

Weitere Informationen:

One prisoner was hanged in western Iran today

Two prisoners were executed in northern Iran today

One prisoner was hanged in western Iran

31.01.2012

Georgia: Aufschub für Nicholas Tate

 

Wenige Stunden vor seiner geplanten Hinrichtung im US-Bundesstaat Georgia hat Nicholas Tate einen Aufschub erhalten. Tate wurde 2005 zum Tod verurteilt, weil er zusammen mit seinen zwei Brüdern bei einem Raubüberfall eine Frau und ihr dreijähriges Kind getötet hatte. 2009 entschied Tate, auf seine Berufungsverfahren zu verzichten. Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft erfolgte der Hinrichtungsaufschub, weil Tate nun doch die Wiederaufnahme seiner Verfahren beabsichtige. Die Angehörigen der Opfer zeigten sich schockiert und enttäuscht - sie wünschen sich "Closure" (Abschluss) und keine Fortführung des Falles vor Gericht.

31.01.2012

Jemen: Zwei Oppositionelle hingerichtet

 

Im Jemen sind zwei Männer in einem politischen Zusammenhang hingerichtet worden. Khalid Nahshal und Abdu Nahshal gehörten zu 32 Angeklagten, denen die Tötung mindestens eines Regierungsbeamten während der Präsidentschaftswahlen 2006 vorgeworfen wurde. Die Opposition verurteilte die Vollstreckung der Todesurteile. Sie seien politisch motiviert gewesen, weil die Männer die Opposition unterstützt hatten.

Weitere Nachrichten des Vormonats finden Sie im Archiv: Januar 2012