Speziell für Einsteiger in das Thema Todesstrafe

Jeremy Williams
Jeremy Williams

14.06.2018

Oklahoma: Todeskandidat nach Suizid tot aufgefunden

 

Im US-Bundesstaat Oklahoma hat der zum Tod verurteilte Jeremy Williams sich offenbar selbst das Leben genommen. Gefängnispersonal fand den 35-Jährigen am vergangenen Samstag leblos in seiner Zelle. Offenbar hatte Williams sich erhängt. Er hatte das Todesurteil erhalten für seine Beteiligung an einem Banküberfall im Jahr 2004, das ein Todesopfer gefordert hatte. Sein Komplize hatte sich schuldig bekannt und dafür eine lebenslange Haftstrafe bekommen. Williams' Berufungen waren 2016 ausgeschöpft, jedoch war bislang kein Hinrichtungstermin festgesetzt. Seit der Exekution von Charles Warner im Januar 2015, bei der eine falsche Chemikalie verwendet wurde, ist in Oklahoma kein Todesurteil mehr vollstreckt worden.

13.06.2018

USA: Laut Meinungsumfrage steigt Unterstützung der Todesstrafe wieder an

 

Die Todesstrafe erhält wieder mehr Unterstützung in den Vereinigten Staaten. Nach einer Anfang der Woche veröffentlichten Umfrage vom amerikanischen Pew Research Center sprechen sich nun 54 % der Amerikaner bei Mord für die ultimative Strafe aus. Das seien fünf Prozentpunkte mehr als noch vor zwei Jahren. Damals lag demnach die Quote auf dem niedrigsten Niveau seit den frühen 1970er Jahren. 2007 war die Zahl der Befürworter höher als heute: Damals waren noch 64 % dafür. Mitte der 90er Jahre lag die Befürwortung der Todesstrafe sogar bei 80 %. Unter Demokraten bleiben die Befürworter der Todesstrafe seit 1990 rückläufig, bei Republikanern ist sie mit 77 % immer noch sehr hoch, wie das Institut mitteilte. Die Haltung zum Tod durch den elektrischen Stuhl oder die Giftspritze variiere stark nach Geschlecht und Rasse. 61 % der Männer halten demnach das Todesurteil für gerechtfertigt, während Frauen diese Ansicht nur zu 46 % teilen. Weiße Bürger in den Vereinigten Staaten sind laut der Befragung zu 59 % dafür, Latinos zu 47 % und Schwarze nur zu 36 %. Weiße Protestanten gehörten zu den eindeutigsten Unterstützern der Hinrichtung. Katholiken sind Pew zufolge geteilter Meinung: 53 % Befürworter stehen 42 % Gegnern gegenüber.

 

Weitere Informationen:

Public support for the death penalty ticks up

08.06.2018

Kalifornien: Todesurteil für schwerste Kindesmisshandlung

 

Ein 37-jähriger Mann namens Isauro Aguirre, der den acht Jahre alten Sohn seiner Freundin zu Tode quälte, ist in Kalifornien zum Tod verurteilt worden. Der Richter folgte damit der Empfehlung der Geschworenen, die wegen der grausamen Tatumstände die Höchststrafe für den Täter gefordert hatten. Nach Mitteilung der Staatsanwaltschaft in Los Angeles wurde die Mutter des 2013 gestorbenen Kindes als Mitschuldige zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Der Mann quälte den Jungen demnach monatelang, weil er glaubte, der Achtjährige sei schwul. Im Mai 2013 fanden Sanitäter den Jungen mit schwersten Verletzungen - unter anderem mit einem Schädelbruch, gebrochenen Rippen, Verbrennungen und ausgeschlagenen Zähnen - im Haus der Mutter. Er starb zwei Tage später. Der Staatsanwaltschaft zufolge musste der Junge gefesselt und geknebelt in einem Schrank schlafen und war gezwungen worden, Katzenkot zu essen. Die Verteidiger der Mutter wiederum machten geltend, dass die Frau als Kind ebenfalls von ihren Eltern schwer misshandelt worden sei.

 

Weitere Informationen:

Achtjährigen "schwulen" Ziehsohn getötet: Mann erhält Todesstrafe

07.06.2018

Saudi-Arabien: Vier Todesurteile wegen Anschlagsplänen

 

Ein Gericht in Saudi-Arabien hat vier Menschen zum Tod verurteilt, weil sie im Auftrag des Iran Anschläge auf bekannte Persönlichkeiten geplant haben sollen. Die "vier Terroristen" seien wegen "der Bildung einer Zelle für den Iran" zum Tod verurteilt worden, meldete das Staatsfernsehen am Donnerstag. Demnach wurden sie in Lagern im Iran ausgebildet und wollten Prominente ermorden. Saudi-Arabien ringt seit langem mit dem Iran um die regionale Vorherrschaft.

Jeffrey Lynn Borden
Jeffrey Lynn Borden

04.06.2018

Alabama: Suizid nach 23 Jahren in der Todeszelle

 

Der in einem Gefängnis des US-Bundesstaats Alabama inhaftierte Doppelmörder Jeffrey Lynn Borden hat anscheinend Selbsttötung begangen, nachdem er 23 Jahre lang in der Todeszelle auf den Vollzug seiner Todesstrafe gewartet hatte. Die Wärter fanden den 57-jährigen Häftling in seiner Zelle an einem Bettlaken erhängt. Borden hat im Jahre 1993 seine Ex-Frau und den Ex-Schwiegervater im Beisein der gemeinsamen Kinder ermordet. Er brachte die drei Kinder, die zuvor bei ihm für eine Woche zu Besuch waren, zu seiner ehemaligen Frau zurück. Als sie damit beschäftigt war, den Kindern beim Hantieren mit den Weihnachtsgeschenken zu helfen, schoss er ihr in den Hinterkopf und anschließend dem Ex-Schwiegervater in den Rücken, als dieser versucht hatte, Hilfe zu holen. Das Todesurteil wurde 1995 von Geschworenen mit zehn zu zwei Stimmen ausgesprochen und sollte 2017 vollzogen werden. Doch das Gericht vertagte den Vollzug, solange der Widerspruch Bordens und anderer Häftlinge gegen die Vollzugsart – Giftspritze – nicht geklärt war: Sie stellten die Schmerzfreiheit des Todes durch Giftspritze infrage.

Nachrichten des Vormonats finden Sie im Archiv: Mai 2018