Terry Darnell Edwards
Terry Darnell Edwards

27.01.2017

Texas: Terry Edwards hingerichtet

 

Mit vier Stunden Verspätung wegen letzter anhängender Berufungen beim Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten wurde am späten Donnerstagabend der 43-jährige Terry Darnell Edwards im US-Bundesstaat Texas mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Er hatte zusammen mit seinem Cousin im Sommer 2002 eine Filiale der Sandwichladenkette Subway überfallen, in der er zuvor gearbeitet hatte, aber wegen Diebstahl entlassen worden war. Bei dem Überfall wurden zwei Angestellte des Geschäfts erschossen. Edwards erhielt das Todesurteil, während sein Cousin 25 Jahre Haft bekam. Der Fall ist umstritten, denn einerseits wurde er von einer komplett weißen Jury verurteilt - die Opfer waren ebenfalls weiß - und es gibt Hinweise, dass mögliche schwarze Geschworene systematisch durch die Staatsanwaltschaft ausgeschlossen wurden. Andererseits halten seine Berufungsanwälte Edwards dahingehend für nicht schuldig, als dass er nicht der Schütze gewesen sei. In seinen letzten Worten erklärte Edwards, er sei im Frieden mit Gott und hoffe, seine Hinrichtung bringe den Anwesenden ebenfalls Frieden.

25.01.2017

Sieben Hinrichtungen in Kuwait - erstmals seit 2013

 

In Kuwait sind nach staatlichen Angaben am Mittwoch sieben Menschen gehängt worden, darunter ein Verwandter des Emirs. Es war offenbar das erste Mal, dass ein Mitglied der herrschenden Al-Sabah-Familie hingerichtet wurde. Prinz Faisal Abdullah Al-Dschaber Al-Sabah war Medienberichten zufolge 2010 zum Tod verurteilt worden. Der Scheich soll seinen Neffen in einem Streit um Motorsport aus nächster Nähe erschossen haben. Neben ihm wurden laut der Nachrichtenagentur Kuna auch eine Kuwaiterin sowie zwei weitere Frauen und drei Männer aus Bangladesch, Ägypten, Äthiopien und den Philippinen im Zentralgefängnis exekutiert. Sie waren unter anderem wegen Mordes, Entführung und Vergewaltigung verurteilt worden. Die Kuwaiterin Nusra al-Enesi wurde 2009 wegen Mordes verurteilt, weil sie bei der Zweit-Hochzeit ihres Mannes eines der Partyzelte in Brand gesetzt hatte. Sie wollte sich nach eigener Aussage dafür rächen, dass ihr Mann eine Zweitfrau heiraten wollte. In dem brennenden Zelt waren 57 Menschen gestorben, die meisten von ihnen Frauen und Kinder. Es waren die ersten Hinrichtungen in Kuwait seit Mitte 2013.

 

Weitere Informationen:

Todesstrafe in Kuwait: Erstmals ein Mitglied der Königsfamilie hingerichtet

25.01.2017

Massenhinrichtung im Irak

 

Im Irak wurden entsprechenden Berichten zufolge am vergangenen Freitag 31 Todesurteile vollstreckt. Die Hingerichteten sollen für die Massentötung von 1700 Militärkadetten in einem Feldlager in der Nähe von Tikrit im Juni 2014 verantwortlich gewesen sein. Amnesty International kritisiert, man habe Geständnisse unter Folter erzwungen und die Prozesse seien oberflächlich und überhastet geführt worden.

24.01.2017

Gerichte im Gazastreifen verhängen zwei Todesurteile

 

Gerichte in dem von der radikalislamischen Hamas-Bewegung kontrollierten Gazastreifen haben zwei Männer zum Tod verurteilt. Ein Gericht in Gaza-Stadt und eines in Deir al-Balah hätten jeweils einen Mann zum Tod durch Erhängen verurteilt, teilte die Justizbehörde in Gaza-Stadt am Dienstag mit. Das Palästinensische Zentrum für Menschenrechte (PCHR) kritisierte, dass die Justizbehörden im Gazastreifen die Todesstrafe "exzessiv" anwendeten. Seit Beginn des Jahres seien bereits vier Menschen zum Tode verurteilt worden. Bei den beiden jüngsten Fällen seien die Urteile jeweils wegen Mordes gefallen. Im Machtbereich der Palästinensischen Autonomiebehörde ist die Kapitalstrafe für Kollaboration, Mord und Drogenhandel möglich. Theoretisch muss jedes einzelne Todesurteil von Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas bestätigt werden, dessen Fatah das Westjordanland regiert. Aber die seit 2007 im Gazastreifen herrschende Hamas erkennt dessen Legitimität nicht mehr an.

24.01.2017

Weitere Hinrichtungen im Iran

 

Am Montag wurden entsprechenden Berichten zufolge im Zentralgefängnis von Urmia im Nordwesten Irans zwei Männer gehängt. Osman Ghavitasi und Hamed Hamdollah waren wegen Mordes zum Tod verurteilt. Bereits am Samstag zuvor sollen im selben Gefängnis zwei Männer namens Ghabl Ali Bapeir und Sina Hosseinpour wegen Drogendelikten hingerichtet worden sein. Am 18. Januar seien vier Gefangene, darunter zwei afghanische Staatsbürger, in Taybad im Nordosten Irans ebenfalls wegen Drogendelikten im dortigen Gefängnis gehängt worden. Am selben Tag soll im Gefängnis von Jiroft im Süden Irans ein Mann wegen Mordes hingerichtet worden sein. Für den Tag zuvor wird von vier Hinrichtungen im Gefängnis von Mashhad berichtet, denen ebenfalls Drogendelikte zugrunde lagen.

 

Weitere Informationen:

Iran: Five executed, including 2 Afghan nationals

Iran: Four hanged on drug charges

21.01.2017

Taiwan: Internationale Experten empfehlen Abschaffung der Todesstrafe

 

Internationale Experten im Bereich der Menschenrechte haben Taiwan zu einer Abschaffung der Todesstrafe aufgerufen. Die unabhängigen zehn Experten aus verschiedenen Ländern nahmen an einer fünftägigen Konferenz zur Begutachtung von Taiwans im letzten Jahr herausgegebenen Menschenrechtberichts teil. Gelobt wurde die Abschaffung sämtlicher körperlicher Bestrafungen, beklagt wurde der fehlende Fortschritt bei der Abschaffung der Todesstrafe, die Zahl der vollzogenen Todesstrafen sei gleich geblieben. Manfred Nowak, der Vorsitzende der Begutachterkomitees bedauerte, dass sich die Regierung bei ihren Entscheidungen an der mit deutlicher Mehrheit die Todesstrafe unterstützenden Öffentlichkeit ausrichte und nicht stattdessen versuche, die Bevölkerung zu informieren.

20.01.2017

Delaware: Ehemaliger Todestraktinsasse als unschuldig entlassen

 

Ein ehemaliger Todestraktinsasse des US-Bundesstaates Delaware wurde in einem zweiten Prozess freigesprochen und wenige Stunden später in die Freiheit entlassen. Der 29-jährige Isaiah McCoy ist damit zum 157. in den USA für unschuldig erklärten Todeskandidaten seit den 70er Jahren geworden. 2012 wurde er zum Tod verurteilt, weil er 2010 bei einem Drogenhandel einen Mann erschossen haben sollte. 2015 wurde das Urteil wegen Fehlverhaltens der Staatsanwaltschaft für ungültig erklärt. McCoy hatte für den aktuellen Prozess auf Geschworene verzichtet und die Entscheidung einem einzelnen Richter überlassen. Der erklärte, es gebe keine physikalischen Beweise dafür, dass McCoy den Mord begangen habe, und zwei mutmaßliche Komplizen hätten sich widersprechende Aussagen gemacht.

Ricky Gray
Ricky Gray

19.01.2017

Virginia: Ricky Gray hingerichtet

 

Der US-Bundesstaat Virginia hat am Mittwochabend den 39-jährigen Ricky Gray mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Er hatte am Neujahrtag 2006 gemeinsam mit einem Komplizen im Zusammenhang mit einem Einbruchdiebstahl eine vierköpfige Familie getötet. Alle Opfer waren erstochen und auch mit einem Hammer geschlagen worden. Gray und sein Komplize sollen für noch drei oder vier weitere Morde verantwortlich sein. Er verzichtete auf letzte Worte, hatte jedoch zuvor in einer Video-Botschaft die Angehörigen seiner Opfer um Vergebung gebeten. Gray soll bereits als Kind drogenabhängig gewesen sowie sexuell missbraucht worden sein und während seiner Taten unter Drogen gestanden haben. Er wurde mit einer Kombination aus Midazolam, Rocuroniumbromid und Kaliumchlorid hingerichtet. Verschiedene Augenzeugen berichten übereinstimmend, es habe von dem Zeitpunkt, als er auf der Hinrichtungsliege festgeschnallt wurde, bis zum Beginn der eigentlichen Hinrichtung mit über einer halben Stunde ungewöhnlich lange gedauert - in dieser Zeit war ein Vorhang um Gray geschlossen.

 

Weitere Informationen:

Ricky Gray executed by lethal injection for Harvey family killings

18.01.2017

USA: Anti-Todesstrafe-Aktivisten verhaftet

 

Vor 40 Jahren - am 17. Januar 1977 - wurde in den Vereinigten Staaten Gary Gilmore per Erschießungskommando hingerichtet. Es war die erste Exekution nach einem Jahrzehnt ohne Vollstreckung von Todesurteilen in den USA und nach vier Jahren, in denen die Todesstrafe in ihrer damaligen Form für verfassungswidrig erklärt war. Um an dieses Datum zu erinnern und gegen die heutige Praxis der Todesstrafe in den USA zu protestieren, taten sich etliche namhaftige Aktivisten gegen die Todesstrafe am Dienstag zusammen und entfalteten vor dem Supreme Court, dem obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten in Washington ein rund zehn Meter langes Transparent mit der Forderung: "Stop Executions!" Achtzehn Aktivisten wurden daraufhin verhaftet. Weitere gut 80 Unterstützer der Aktion trugen 40 Plakate mit den Namen aller Hingerichteten sowie Rosen in zwei verschiedenen Farben, um an Täter und Opfer zu erinnern. An der Aktion nahmen Angehörige von Opfern und Tätern teil, ehemalige als unschuldig entlassene Todestraktinsassen, Geistliche und religiöse Führer sowie führende Persönlichkeiten der Anti-Todesstrafen-Bewegung. Es war die größte Aktion zivilen Ungehorsams gegen die Todesstrafe der Neuzeit.

17.01.2017

USA: Präsident Obama begnadigt zwei Todeskandidaten

 

Wie das Weiße Haus in Washington am Dienstag bekannt gab, hat Präsident Obama zum Ende seiner Amtszeit das Strafmaß von 209 Gefängnisinsassen reduziert und 64 Häftlinge begnadigt. Darunter befinden sich auch zwei Todestraktinsassen. Abelardo Arboleda Ortiz war nach Bundesrecht zum Tod verurteilt. Seine Anwälte argumentierten, dass ihr Mandant geistig behindert sei und sein Recht auf konsularischen Beistand aufgrund der Wiener Konvention verletzt wurde. Darüber hinaus habe er selbst keinen Mord begangen und sich nicht im selben Raum aufgehalten, als die Tat geschah. Auch habe er eine ineffektive Verteidigung gehabt. Dwight Loving war nach Militärrecht zum Tod verurteilt. In seinem Fall hatten seine Anwälte erklärt, es habe eine unzureichende Verteidigung sowie eine unfaire, weil voreingenommene Auswahl der Mitglieder des Militärgerichts vorgelegen. Den Regeln des Supreme Court entsprechend erscheine es fragwürdig, ob sein Todesurteil verfassungsgemäß sei.

17.01.2017

Bereits 57 Hinrichtungen im Iran in diesem Jahr

 

Im Iran sollen seit Beginn des neuen Jahres bereits 57 Todesurteile vollstreckt worden sein. Allein am vergangenen Samstag sind entsprechenden Berichten zufolge 20 Häftlinge in drei verschiedenen Gefängnissen gehängt worden, und zwar in den Städten Karaj, Rasht und Kermanshah. Eine öffentliche Hinrichtung wurde aus Miandoab berichtet und in Kerman soll ein zur Tatzeit erst 16-Jähriger exekutiert worden sein. Weitere Todesurteile wurden in Mashhad, Isfahan, Qazvin, Hamedan und Sari vollstreckt. Unter den Hingerichteten befinden sich auch zwei Frauen.

 

Weitere Informationen:

Iran: Juvenile Offender Executed in Kerman Prison, Another At Risk in Kermanshah

Iran: Prisoner Hanged in Public

Iran: 26 hanged, among them 2 women

Iran: 21 Hangings in 2017 and 26 Prisoners Facing Imminent Execution

17.01.2017

Erste Hinrichtung des Jahres in Saudi-Arabien

 

Saudi-Arabien hat am Dienstag seine erste Hinrichtung im neuen Jahr durchgeführt, nachdem in 2016 über 150 Todesurteile in dem Land vollstreckt wurden. Mamdouh Al Anzi war zum Tod verurteilt, weil er einen anderen Saudi in einem Streit erschossen hatte. Er  wurde in Arar hingerichtet, einer Stadt nahe dem Irak. Eine häufige traditionelle Hinrichtungsmethode im Königreich Saudi-Arabien ist die Enthauptung durch das Schwert.

16.01.2016

Ohio will Medikament Flumazenil bei missglückten Hinrichtungen einsetzen

 

Der US-Bundesstaat Ohio möchte bei Hinrichtungen zukünftig das Medikament Flumazenil einsetzen, falls mit dem zur Narkose verwendeten Midazolam etwas "schiefläuft". Bei der letzten Exekution in Ohio im Januar 2014 rang Dennis McGuire 26 Minuten nach Luft - es war die erste Hinrichtung in den USA, die mit Midazolam und Hydromorphon durchgeführt wurde. Sollte es noch einmal mit Midazolam Schwierigkeiten geben, will Ohio dessen Wirkung durch Flumazenil neutralisieren und die Exekution dadurch abbrechen. Midazolam gilt als Narkosemittel als stark umstritten. Bei der einzigen weiteren Hinrichtung mit der Kombination von Midazolam und Hydromorphon in Arizona im Sommer 2014 dauerte es fast zwei Stunden, bis der Häftling für tot erklärt werden konnte. Bei der 43 Minuten dauernden Hinrichtung von Clayton Lockett im April 2014 kam zwar auch Midazolam zum Einsatz, diese "missglückte" jedoch, weil der Venenzugang falsch gesetzt war.

16.01.2017

26 Todesurteile in Bangladesch

 

Ein Gericht in Bangladesch hat 26 Menschen wegen Entführung und siebenfachen Mordes zum Tod verurteilt. Neun weitere wurden zu Gefängnisstrafen zwischen sieben und 17 Jahren verurteilt. Die meisten der Angeklagten waren Polizisten einer Anti-Terror-Einheit. Sie hatten im April 2014 sieben Menschen in der Stadt Narayanganj entführt und später ermordet. Laut Ermittlern soll die Tat politisch motiviert gewesen sein. Als Auftraggeber der Morde gilt Nur Hossain, ehemaliges Mitglied der regierenden Awami League und Stadtrat von Narayanganj. Er soll die Eliteeinheit der Polizei beauftragt haben, seinen Konkurrenten Nazrul Islam und vier seiner Mitarbeiter zu töten. Die fünf Männer wurden vor einem Cricket-Stadion entführt. Ein Anwalt, der die Tat filmte, und dessen Fahrer wurden ebenfalls gekidnappt. Alle sieben Opfer wurden drei Tage später ermordet in einem Fluss gefunden. Der Auftraggeber Hossain war nach der Tat nach Indien geflohen, dort aber verhaftet und nach Bangladesch ausgeliefert worden. Auch er wurde zum Tod durch Erhängen verurteilt.

15.01.2017

Drei Hinrichtungen in Bahrain - die ersten seit sechs Jahren

 

In Bahrain hat ein Erschießungskommando am Sonntagmorgen drei Männer hingerichtet. Sie waren wegen eines tödlichen Angriffs auf Polizeikräfte zum Tod verurteilt worden. Es handelt sich um die ersten Exekutionen seit 2010. Den Getöteten wurde zur Last gelegt, mit einem Bombenanschlag 2014 drei Polizisten, unter ihnen einen Beamten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), getötet zu haben. Die Verurteilten gehörten der schiitischen Bevölkerungsmehrheit an. Die Angeklagten, Sami Mushaima (42), Ali Al-Singace (21) and Abbas Al-Samea (27), waren im Februar 2015 zum Tod verurteilt worden. Vor der Hinrichtung wurde ein Antrag auf Berufung abgelehnt. Die Verurteilten hatten angegeben, sie hätten ihre Geständnisse unter Folter abgelegt. In der bahrainischen Hauptstadt Manama kam es vor den Erschießungen am frühen Sonntagmorgen zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und regierungskritischen Demonstranten. Das Königreich wird von einem sunnitischen Herrscherhaus regiert, die Staatsbürger sind jedoch mehrheitlich Schiiten.

 

Weitere Informationen:

Bahrain und die Menschenrechte

Christopher Wilkins
Christopher Wilkins

12.01.2017

Texas: Christopher Wilkins hingerichtet

 

Am Mittwochabend wurde im US-Bundesstaat Texas der 48-jährige Christopher Wilkins mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Er war zum Tod verurteilt, weil er 2005 zwei mit ihm befreundete Männer erschossen hatte. Einer der beiden hatte ihn bei einem Drogenkauf für die Summe von 20 Dollar übers Ohr gehauen und sich dann über ihn lustig gemacht, worauf Wilkins ihn erschoss. Das andere Opfer wurde von ihm als Zeuge aus dem Weg geschafft. Im Prozess gegen ihn bekannte Wilkins sich noch zu einem weiteren Mord. Außerdem erklärte er, es sei ihm egal, ob man ihn zum Tod verurteilen würde. Er habe schon seit seinem 12. oder 13. Lebensjahr unbewusst immer wieder versucht, sich das Leben zu nehmen bzw. getötet zu werden. Wilkins verzichtete auf ein letztes Statement, formte jedoch gegenüber den Opferangehörigen die Worte: "I'm sorry!"

11.01.2017

Somalia: Zwei Homosexuelle hingerichtet

 

Die islamistische Terrororganisation Al-Shabab hat nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters erstmals in Somalia homosexuelle Männer hingerichtet. Über seinen Radiosender "Andalus" verkündete der ostafrikanische Al-Kaida-Ableger, dass ein 20- und ein 15-Jähriger erschossen worden seien, weil sie Geschlechtsverkehr gehabt hätten. Die Hinrichtung soll in der Stadt Buale in der von Al-Shabab kontrollieren Region Jubbada Dhexe stattgefunden haben. Hunderte Menschen hätten zugeschaut. Zuvor hatte laut "Andalus" ein Scharia-Gericht die beiden jungen Männer schuldig gesprochen. Gleichgeschlechtlicher Sex sei "unmoralisch und verwerflich", hieß es in der Meldung. Die Extremistenmiliz selbst behauptete, dass sie bereits zum zweiten Mal Menschen aufgrund ihrer Homosexualität töten ließ. Nähere Angaben über den ersten Fall machte sie jedoch nicht.

10.01.2017

South Carolina: Todesurteil für Charleston-Attentäter

 

Dylann Roof, der Attentäter von Charleston, ist von den Geschworenen eines US-Bundesgerichts zum Tod verurteilt worden. Roof hatte 2015 beim Gottesdienst in einer Baptistengemeinde im US-Bundesstaat South Carolina, zu der vor allem Afroamerikaner gehören, in die Menge geschossen und neun Menschen getötet. Er selbst bezeichnet sich als Rassist und hat sich zu der Tat ausdrücklich bekannt. Vor Gericht hatte der 22-Jährige keinerlei Reue gezeigt und darauf bestanden, sich selbst zu verteidigen. Roof hatte weder Zeugen benannt noch Beweise für seine Unschuld geliefert, lehnte sogar ein Gutachten zu seinem Geisteszustand ab, das ihm möglicherweise Schuldunfähigkeit attestiert hätte. Das von den Geschworenen festgelegte Strafmaß war erwartet worden: Vergangene Woche hatte der Chefankläger Nathan Williams die Todesstrafe für Roof gefordert. Im Dezember 2016 war der in 33 Punkten angeklagte Roof für schuldig befunden worden, unter anderem eines Hassverbrechens und des neunfachen Mordes. Nach Angaben des US-Justizministeriums ist er die erste Person, die von einem US-Bundesgericht wegen eines Hassverbrechens hingerichtet werden soll.

 

Weitere Informationen:

Kritik an Todesstrafe gegen Charleston-Attentäter

10.01.2017

Öffentliche Hinrichtungen im Iran

 

In Sarpol-e Zahab im Westen Irans sind am Sonntagmorgen zwei Häftlinge öffentlich gehängt worden. Rouhollah Koshtemad und Sajjad Zarsineh waren wegen "Kriegführung gegen Gott" (Moharebeh) angeklagt und zum Tod verurteilt. Konkret war ihnen bewaffneter Raub und der Mord an einem Polizeibeamten vorgeworfen worden. Bereits am Mittwoch zuvor sollen in diversen Gefängnissen Irans mehrere Häftlinge exekutiert worden sein.

 

Weitere Informationen:

Iran: 2 executed for 'waging war against God', 2 over drug charges

08.01.2017

Florida: Amok-Schützen von Fort Lauderdale droht die Todesstrafe

 

Nach der Erschießung von fünf Menschen auf dem Flughafen der Stadt Fort Lauderdale im US-Bundesstaat Florida droht dem mutmaßlichen Täter die Todesstrafe. Die Staatsanwaltschaft habe mehrere Verfahren gegen den 26-jährigen Esteban Santiago eingeleitet, berichtete der Sender CNN unter Berufung auf das Justizministerium. Zum einen werde dem Irak-Veteranen vorgeworfen, die Gewalttat auf einem internationalen Flughafen durchgeführt zu haben. Darüber hinaus habe er eine Waffe benutzt, um ein Gewaltverbrechen zu begehen. Santiago soll am Freitag an einer Gepäckausgabe auf dem Flughafen in Florida das Feuer eröffnet haben. Fünf Menschen waren sofort tot, sechs wurden verletzt in Krankenhäuser gebracht. Der Mann war von 2010 bis 2011 im Irak stationiert. Er war möglicherweise psychisch krank. Das FBI berichtete von offenbar wirren Äußerungen des mutmaßlichen Schützen bei einem bizarren Besuch in einem Büro der Bundespolizei im November.

 

Weitere Informationen:

Täter von Fort Lauderdale droht die Todesstrafe

06.01.2017

Florida ändert die vorgesehenen Hinrichtungsdrogen

 

Der US-Bundesstaat Florida hat ein neues Hinrichtungsprotokoll verabschiedet und will zukünftig andere Chemikalien für die tödliche Injektion verwenden. Darunter befindet sich ein Mittel, das noch nie, und eines, das erst einmal versehentlich bei Hinrichtungen genutzt wurde. Florida exekutierte bislang mit drei Wirkstoffen: Midazolam zur Narkose, einem Muskelrelaxans, das den Gefangenen lähmt, und Kaliumchlorid, das den Herzstillstand bewirkt. Da dem Staat Midazolam und Kaliumchlorid ausgehen, setzt man nun auf andere Mittel. Statt Midazolam will man zukünftig Etomidat verwenden und statt Kaliumchlorid soll Kaliumacetat zum Einsatz kommen. Letzteres wurde in Oklahoma einmal versehentlich statt Kaliumchlorid benutzt. Mit Etomidat gibt es bei Hinrichtungen noch überhaupt keine Erfahrungen. Seit Jahren haben viele US-Bundesstaaten Probleme bei der Beschaffung der Chemikalien für Hinrichtungen, weil Pharmafirmen sie nicht mehr zu dem Zweck liefern wollen. Midazolam ist ebenfalls umstritten, nachdem die einzigen beiden Exekutionen mit Midazolam und Hydromorphon in Ohio und Arizona extrem lange dauerten.

04.01.2017

Kalifornien: Erneuter Rückschlag für die Todesstrafe

 

Das neu angestrebte Hinrichtungsprotokoll in Kalifornien wurde durch eine Dienststelle des "Office of Administrative Law" (OAL) überprüft und zurückgewiesen, da es zu stark fehlerbehaftet sei. Nachdem der Oberste Gerichtshof in Kalifornien die Umsetzung der am 8. November 2016 in einem Volksentscheid gewählte "Proposition 66" gerade geblockt hatte, ist die ein neuerlicher Rückschlag für die Todesstrafe in Kalifornien. Das OAL erklärte in einem 25 Seiten starken Statement, dass das Protokoll nicht zu billigen sei, da es voller Unstimmigkeiten und Doppeldeutigkeiten sei, außerdem sei für bestimmte geplante Regeln die Begründung unzureichend. Unter anderem wird beklagt, dass der Zeitplan in den Tagen und Stunden vor einer Hinrichtung unklar sei und wie vorgegangen werden soll, wenn ein Häftling nicht sofort sterben sollte. Die Kalifornische Gefängnisbehörde hat nun vier Monate Zeit, das Protokoll neu zu bearbeiten und dem Gericht erneut vorzulegen. Seit 2006 hat in Kalifornien keine Hinrichtung mehr stattgefunden, obwohl über 700 Todeskandidaten in ihren Zellen warten.

04.01.2017

Iran: Sieben Hinrichtungen wegen Drogendelikten

 

Sieben Häftlinge, die wegen Drogendelikten zum Tod verurteilt waren, sind am 3. und 4. Januar gehängt worden. Vier Hinrichtungen fanden im Karaj Central Prison im Norden Irans statt, während die anderen drei Hinrichtungen im Karaj Ghezel Hesar Prison durchgeführt wurden. Am Montag wurden die Häftlinge in Einzelhaft überführt, als Vorbereitung auf die bevorstehenden Exekutionen. Irans offizielle Quellen, inklusive der Medien und der Justiz, haben Stillschweigen zu den sieben Hinrichtungen bewahrt. Weiterhin werden im Iran Menschen hingerichtet, die ihr Todesurteil wegen Drogendelikten verschiedenster Art erhielten, obwohl das Parlament erst kürzlich bekannt gab, vorerst auf Vollstreckungen solcher Urteile zu verzichten zu wollen.

02.01.2017

Kuwait: Todesurteil für Kindesmisshandlung

 

Ein Gericht in Kuwait hat ein Paar wegen der tödlichen Misshandlung seiner dreijährigen Tochter zum Tod verurteilt. Die Eltern wurden für schuldig befunden, das Mädchen so schwer geschlagen und misshandelt zu haben, dass es an den Folgen starb. Die Leiche des Kindes bewahrte das Paar anschließend eine Woche in einer Gefriertruhe auf. Der 26-jährige Vater und die drei Jahre jüngere Mutter waren wegen Mordes angeklagt worden, nachdem Ermittler Brandverletzungen an den Schultern und Beinen der Leiche entdeckt hatten. Medienberichten zufolge hatte das Paar seine Tochter misshandelt, weil sie viel geweint habe.

Nachrichten des Vormonats finden Sie im Archiv: Dezember 2016